Konstruktivismus & Systeme (abgeschlossen)

Beobachter erster Ordnung beobachten w a s sie beobachten. Sie sehen alles. Alles was sie sehen. Beobachter zweiter Ordnung beobachten w i e beobachtet wird. Sie sehen auch, was die anderen nicht sehen. Deren "Blinden Fleck". Nur was sie selber nicht sehen, dass sehen sie nicht. Wie wird Realtität trotz des Wissens um Nicht-Wissen immer wieder neu stabil konstruiert? Wie kann man Realität beobachten? Und was heißt dies für das Denken?

Freitag, Mai 19, 2006

Das mit den "gewollten Anschlusspunkten" tönt für mich wie "es war gut gemeint". Meiner bisherigen Erfahrung nach sind für mich die besten Anschlusspunkte, jene, die sich nicht um mich kümmern. Ich lese am liebsten, was andere für sich selbst schreiben.

Und wie schon gesagt, bewege ich mich bezüglich N. Luhmann auf Glatteis. In meinen Denken kommen Menschen vor, die schreiben und lesen. Aber gerade hier in diesem blog, scheint mir, geht es um Anschlüsse an Theorie, nicht um Konversation. Vielleicht irre ich mich diesbezüglich und sitze quasi im falschen Film?Ich selbst bin ein grosser Anhänger einer Konversationskultur, in welcher gerade keine Theorien vorkommen. Ich veranstalte in Zürich regelmässig Dialoge (www.hyperkommunikation.ch/dialog-im-aktsaal). Aber ich schreibe eben auch Theorie und bin deshalb bezüglich der Unterscheidung etwas sensibel.

Deine Kurzabhandlung zu Idealismus ist für mich zu kurz, weil ich darüber noch gar nichts weiss (keine Literatur, keine Autoren, keine Konzepte), während "der" Konstruktivismus für mich nicht funktioniert, weil es so viele verschiedene Konstruktivsimen gibt (wie Menschen). Mein(e Interpretation) radikaler Konstruktivismus ist keine Erkenntnistheorie, sondern allenfalls eine Erfindungs"theorie", die keine Theorie ist.

Daran, wie wir über "Theorie" schreiben, erkenne ich, dass unsere Wortverwendung wohl noch meilenweit auseinanderliegt. Und im Hintergrund der inhaltlichen Differenz besteht vielleicht auch eine methodische. Ich neige dazu, mein Sprachspiel zu kondensieren, indem ich ein Glossar führe. Wörter, die mir wichtig sind, schreibe ich fest, um prüfen zu können, wie ich sie verwende. Ich gebe ein Beispiel aus meiner Systemtheorie:

Theorien nenne ich Argumentationen, in welchen eine Erklärung eines Phänomens auf ein anderes Phänomen übertragen wird.
Eine Theorie erläutert beispielsweise inwiefern das Phänomen "Funke", das ich mittels einer elektrischen Batterie erzeuge, und das Phänomen "Blitz eines Gewitters" in dem Sinne "analog" sind, dass das konstruktive Prinzip der Batterie - eben theoretisch - auch den Blitz erklärt.

Dabei wird vielleicht auch sichtbar, weshalb ich von "meiner" Theorie spreche. Diese Selbstbeschreibung finde ich nämlich in anderen Theorien nicht oft (oder nicht explizit).

Konsistenzprüfung - das mache ich in Konversationen gerade nicht, deshalb wähne ich mich hier im Diskurs - bedeutet für mich zu schauen, ob ich das Wort Theorie wirklich so verwende. Das ist eine empirische Frage, die ich in meinen Texten untersuchen kann. Und natürlich kann ich auch fremde Texte daraufhin untersuchen.